Aktuelle Ausgabe der Wasserzeitung

Hier finden Sie die Ausgaben der Wasserzeitung des Wasserverbandes Norderdithmarschen. In dieser Publikation erfahren Sie künftig regelmäßig alles aus unserem Unternehmen. Wir wollen Ihnen nützliche Informationen rund um die Themen Wasser und Abwasser zukommen lassen; alles abgeschmeckt mit viel Service, Ratgeberbeiträgen und Tipps aus der Region. Die Wasserzeitung steht Ihnen nicht nur hier zur Verfügung, sie wird parallel an alle Haushalte im Verbandsgebiet verteilt.

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Gebündeltes Fachwissen überzeugte Gemeinden

Winter an der Eider: intakte Natur ist auch ein Indiz für die gute Arbeit der Wasserver- und Abwasserentsorger.
Winter an der Eider: intakte Natur ist auch ein Indiz für die gute Arbeit der Wasserver- und Abwasserentsorger.

Ein Wasserversorger übernimmt Abwasseraufgaben. Durchaus plausibel, der Wasserverband Norderdithmarschen liefert seinen Kunden einwandfreies Trinkwasser und will in ureigenem Interesse nur bestens gereinigtes Schmutzwasser wieder dem Kreislauf zuführen.

Fünf Jahre Erfahrung zeigen: Die Idee geht auf. 28 Städte und Gemeinden haben ihre hoheitliche Aufgabe dem WVND übertragen. Die Änderung des Landeswassergesetzes vor acht Jahren ermöglichte diese Entwicklung. 2003 setzten die Gemeinden Hollingstedt und Barkenholm auf den Wasserverband, nun auch als Entsorger. Diesem Vertrauensbeweis in die Fachleute wurde die Truppe um Geschäftsführer Günter Gertz gerecht. Offenbar machte das die Runde in den Gemeindesälen und Stadtvertretungen. "Die Aufgaben der Abwasserbeseitiger sind fachlich, personell und somit finanziell immer schwieriger für Einzelne zu lösen. Kirchturmdenken zahlt sich hier kaum aus. Ein großer Verbund kann sich den Herausforderungen besser stellen", ist Günter Gertz überzeugt.

Im WVND ist Fachwissen gebündelt, Spezialisten bedienen mehrere Kläranlagen, nehmen Analysen vor, dokumentieren, berichten, kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen. Netze können verknüpft, Anlagen besser ent- oder ausgelastet werden, und es bedarf nur noch eines Verwaltungsstandortes. "Und das alles, ohne sein Mitspracherecht zu verlieren", erinnert der Geschäftsführer an die Organe Vorstand und Verbandsversammlung. Entscheidend auch: Der Verband arbeitet kostendeckend (und nicht gewinnerzielend). Schließlich gehe es im Verband nicht um Profitstreben sondern um günstige Preise für die Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Allein 2008 haben sich zwölf Gemeinden angeschlossen. Den Anfang machten im Januar Friedrichsholm, Hohn, Königshügel, Lohe-Föhrden und Sophienhamm. Im April folgte Elsdorf- Westermühlener und zum Oktober Bargstall, Breiholz, Friedrichsgraben, Hamdorf und Süderheistedt.

Ganz neu dabei ist Prinzenmoor. Hier entschieden sich die Volksvertreter am 24. November für den WVND. Das Ende der Fahnenstange ist damit noch längst nicht erreicht. "Wer sich für uns als Partner interessiert, kann sich jederzeit an uns wenden", heißt Günter Gertz auch weitere Städte und Gemeinden im Verband willkommen.

SüVO bringt Nutzen für Umwelt und Kunden

Jan Dethlefs erstellt das Kanalkataster. Dazu überprüft und misst er vor Ort mit moderner Technik die Kanalisationsanlagen.
Jan Dethlefs erstellt das Kanalkataster. Dazu überprüft und misst er vor Ort mit moderner Technik die Kanalisationsanlagen.

Viele haben Jan Dethlefs bestimmt schon in seiner orangen Weste und ausgestattet mit Vermesser-Utensilien im Verbandsgebiet gesehen. Schließlich erfasst er derzeit eine Unmenge von Daten über die Schmutzwasserkanäle. Hintergrund sind die Bestimmungen der Selbstüberwachungsverordnung (SüVO), die im Landeswassergesetz verankert sind. "Der Verwaltungsaufwand ist erheblich", räumt Verbandsingenieur Bernd Masannek ein. Bis zum Ziel sei es noch ein langer Weg, an dessen Ende schließlich aber erheblicher Nutzen, nicht nur für die Umwelt, stünde. Erster Schritt ist die Erfassung sämtlicher Schmutzwasserkanäle. Zeitgemäß erfolgt dies natürlich weg vom bisher üblichen, ganze Aktenschränke füllenden Kartenmaterial auf Papier hin zur digitalen Speicherung.

Anlagen vor Ort gründlich vermessen

"Länge, Durchmesser, verwendetes Material, Lage und Höhe sind zunächst die wichtigsten Parameter", erklärt der Vermessungsingenieur Jan Dethlefs, der eigens für den Aufbau des Kanalkatasters eingestellt wurde. Wenn das bis 2012 sukzessive und gründlich für alle Orte vollständig ist, können Auskünfte per Mausklick in der Datenbank des Geografischen Informationssystems schnell erteilt werden. Das ist ein positiver Nebeneffekt. Ein weiterer ist, dass Jan Dethlefs, einmal vor Ort, sinnvollerweise auch die Daten für die Trinkwasserleitungen erfasst.

Bewertung als Grundlage für Wirtschaftspläne

Ebenso wichtig für den Verband, und deshalb von der SüVO vorgeschrieben, ist die gleichzeitige Bewertung der öffentlichen Kanalisationsanlagen und der dazugehörenden Bauwerke, wie es in den Richtlinien heißt. In der Praxis werden dafür zunächst die Kanäle gespült, damit die sensiblen Bewertungshelfer eine "saubere Stube" vorfinden. Die nicht mal ein Meter langen und etwa handbreiten Kameras fahren in den Kanälen und liefern Bilder vom Zustand der Anlagen auf den Rechner. Jährliche Betriebsberichte und Analysen flankieren den Weg, sodass die Verbandsfachleute anhand der komplexen Datenbasis ihren Maßnahmenkatalog für Investitionen aufstellen

können. Die Arbeit, und somit auch die Kosten können am Ende noch besser überschaut werden. Der Verbandsingenieur Masannek ist vom Nutzen für die Kunden überzeugt: "Wenn wir künftig aufgrund der noch besseren Datenlage unser Geschäftsjahr planen, wirkt sich das mit Sicherheit auch auf stabile Preise aus. Und das dürfte alle freuen!"

Routiniertes Team für Zahlen und Daten

Freundlich und fachkundig sind Günter Ohls, Meike Lensinger, Stefan Karstens und Sönke Deuse von der kaufmännischen Abteilung. Das ist wichtig, schließlich sind sie die Ansprechpartner für die Kunden, wenn es rund um Rechnungen und Änderungsmitteilungen geht.

Schon ab September geht es für die kaufmännische Abteilung rund. Denn zum 1. Oktober erstellen sie die Jahresrechnungen. Als Vorbereitung verschicken sie gut 17.000 Ablesekarten, damit die Kunden ihre Zählerstände mitteilen können. Diese sind Grundlage für eine genaue Abrechnung. "Da können wir uns ganz auf unsere Kunden verlassen, sie schicken die Karten zurück, mailen uns die Stände oder rufen uns an", bedankt sich Meike Lensinger für die Unterstützung. Die Abteilung nimmt ihre Tätigkeit ernst. "Wenn uns Zählerstände anhand des Vorjahresvergleichs nicht plausibel erscheinen, fragen wir nach. Da haben wir auch schon zu hören bekommen: "Ja, unsere Töchter sind ausgezogen", erzählt Günter Ohls mit einem Augenzwinkern.

Sind sämtliche Daten erfasst, können die Rechnungen erstellt, registriert, gedruckt und eingetütet werden. Diese Liste der Aufgaben verdeutlicht schon, dass es eine arbeitsintensive Zeit ist. "Aber wir haben überwiegend nette Kunden und da macht das auch Spaß. Außerdem sind wir im Haus ein eingespieltes Team. In der Zeit unterstützen uns noch zwei Kollegen, so dass alles gut klappt", berichtet die Angestellte.

Wenn das erfolgt ist, beginnt die eigentliche Arbeit von Günter Ohls. Er ist im kleinen Team sozusagen der Finanzbuchhalter, bucht Rechnungen, erstellt Gewinn- und Verlustrechnung, macht die Bilanzen. Außerdem hakt er als Zuständiger für das Mahnwesen nach, wenn die Zahlungen ausbleiben. Selbstverständlich haben die Kaufleute aber auch in den übrigen drei Quartalen gut zu tun. "Ich bin die Ansprechpartnerin, wenn die Kunden uns Änderungen mitteilen. Namen, Anschriften, Bankverbindungen, Eigentümerwechsel, Erfassen von Neuanschlüssen", zählt Meike Lensinger auf. Praktisch beim WVND: Alle diese Angaben können die Kunden auch telefonisch durchgeben. Selbst wenn sich die Zahlart ändert, kann das per Anruf erfolgen. Am praktischsten für uns ist ein Bankeinzug. Und das ist ohne Risiko für den Kunden, denn er hat ja bis zu sechs Wochen Einspruchsrecht, empfiehlt die Bürokauffrau.